Alpentour von Graz nach Mürzzuschlag

Tour am 26.08.2003Text AndyFotos Herwig, Andy

Am 26.09.2003 ging‘s los. Herwig und ich starten zur östlichen Acht der Steirischen Alpentour. Nach einer recht kurzen und spontanen Planung wollten wir schon am frühen Nachmittag los. Wie schon so oft kam hier das liebe Berufsleben dazwischen und der Start verschob sich auf ca.16:00. Wir ließen uns dadurch nicht entmutigen und stiegen umso flotter in die Tour ein.

Tag 1


Ausgangspunkt war Graz und unser erstes Etappenziel lag in der Nähe der Teichalm. Da wir um diese schon fortgeschrittene Zeit der Karte nicht mehr mächtig waren, sind wir der „Verfahrenstechnik“ treu geblieben und haben uns gleich schon mal verkoffert. Unsere Prognose, dass wir die Kesselfallklamm ohne absteigen mit dem Rad bezwingen können, war gleich mal zu korrigieren und leider bekamen wir das nach unendlichen Stufen mit dem MB am Kreuz auch leidlich zu spüren.


Oben angekommen waren wir froh, dass wir endlich wieder auf dem Rad sitzen durften. Jetzt mussten wir aber richtig in die Pedale steigen um unser Etappenziel nicht zu verfehlen und nicht bei ca 10-15°C im Freien ohne Zelt zu übernachten. Da es auch schon schön langsam dunkel wurde, war die Navigation in Zeiten ohne GPS und den kleinen Alpentourtaferln nicht besonders einfach. Somit passierte es schon wieder, wir waren wieder mal abseits der Alpentour. Nach einem gemütlichen Aufstieg kamen wir im Nirvana auf einer Pferdekoppel aus dem Wald heraus. So jetzt wars Zeit für einen Zuckernachschub bei mir, da ich ja bekanntlich nicht die besten Reserven habe.


Wir erkundigten uns beim nächsten Landwirten nach dem derzeitigen Aufenthaltsort und erfuhren, dass wir uns in Kampegg befanden, was nach Studium der Karte uns leicht schockierte in Anbetrcht unseres geplanten Ziels. Unsere bleichen Gesichter konnten wir vor dem Landwirten nicht verbergen, der uns sofort angeboten hat, in seiner Landwirtschaft das Notquartier aufzuschlagen. Wir lehnten dankbar ab und fuhren nach Wiederbefüllung unsere Wasservorräte dennoch weiter Richtung Fladnitz. Jetzt gings mal ohne Irrwege weiter, wobei der nächste nicht geplante Stop bald darauf schon kam. Kurz vor unserem Ziel hörte ich nach einer spannenden Abfahrt auf einer Wiese mit Traktorspuren Herwig schon von weitem Schreien und musste mit Schrecken feststellen, dass ich auf ein verschlossenes Törl mit zu hoher Geschwindigkeit ohne Sicht – d.h. nur mit einer kleinen LED Lampe ausgerüstet – zuradelte. Glücklicherweise konnte ich noch rechtzeitig bremsen, wobei der vordere Reifen diesen Stop nicht so schadlos hinnahm und wir unter Hilfestellung eines hilfsbereiten Landwirten, welcher uns mit seinem Traktor „beleuchtete“, den Schlauch wechselten.


Jetzt mussten wir noch zu später Stunde eine Unterkunft finden, wobei wir glücklicherweise recht bald ein Privatzimmer bei Familie Lamm fanden. Unsere Mägen waren komplett ausggeleertvon den Strapazen und mussten wieder gefüllt werden, so gings nach einer herrlichen Dusche ab in das nächstgelegene Jägerlokal und wir füllten unseren Banzen mit den örtlichen Wildbret. Vollgegessen gings ab die Federn.

Tag 2


Am nächste Tag konnte ich die Strapazen der verlängerten Tour am Vortag spüren und musste dies beim ersten Antreten zum nächsten Etappenziel – um und bei Fischbach – über den langen konstanten Anstieg zur Teichalm gleich spüren. Die Beine waren komplett leer, das Tempo dementsprechend niedrig. Die schmerzenden Beine konnten wir durch traumhaftes Wetter und geniale Kulisse komplett vergessen. So ging es von der Teichalm über die Sommeralm, deren Wiesen als Mittagsrast sehr zu empfehlen sind, nach Heilbrunn, wo wir wieder in die ursprüngliche Alpentour einstiegen.


Diese Kuh mag nicht nur mich lieber, vor Herwig läuft sie davon, sondern mein Bike gefällt ihr auch besser wie Herwig’s Bike.


Da wir uns bezüglich der weiteren Tour nicht sicher waren, fragen wir einen Einheimischen um Rat. Er war ein holzhackender, langbärtiger, gstandener Mann in traditoineller Lederkluft. Trotz seiner Schnapsfahne am helligten Tag, er hatte noch alle 10 Finger, hilft er uns freundlich und wir können die Tour fortsetzten. Man erkennt den urigen Mann im mittleren untenstehenden Bild.


Bei Fischbach mussten wir feststellen, dass die schwarzen Streckenabschnitte der Alpentour wirklich schwierig sind und ein Befahren ohne Absteigen sich als äußerst schwierig herausstellte. Von Heilbrunn gings dann über Birkfeld, durch ein echt geniales Waldstück weiter nach Strallegg wo wir im Gästehaus der Familie Ebner übernachteten.


Tag 3


Nach einer erholsamen Nacht gings dann von Strallegg über Fischbach, Hauereck, Rettenegg, Stuhleck weiter nach Mürzuzuschlag.


Als kleiner Tipp soll hier erwähnt sein, dass man zwischen Fischbach und Hauereck Roseggerhof (Peter Rosegger – St. Kathrein am Hauenstein) vorbei kommt, was sicherlich sehenswert ist. Nach zwei sehr zerrenden Etappen wurde dieses mal ganz genau auf den Energiehaushalt geschaut und vorab schon mit Banane die Reserven aufgestockt. So konnte einem erfolgreichen Ende unserer Alpentour nichts mehr im Wege stehen.


Ein klein wenig wurden wir dennoch beim letzen Anstieg zum Stuhleck überrascht, da hier der Reserven und die angenehmen Temperaturen schon langsam zur Neige gingen. Oben angekommen hatten wir nur noch 12°C und eine Schocki aus dem oben angesiedelten Gasthaus.


Von nun an ging’s nur noch bergab nach Mürzzuschlag, wobei wir uns sputen mussten um noch rechtzeitig den Zug nach Graz zu erwischen. Das heist Sprint auf dem Aspahlt mit dem Mountainbike. Die Führungsarbeit hierfür erledigte Herwig. Völlig erschöpft aber vollstens zufrieden kamen wir nach einer entspannten Zugfahrt in Graz am Hauptbahnhof an.

Fotos