Tour am 23.08.2009Text HerwigFotos Kathi, Walter
Viele von uns sind den Stattegger Marathon bereits gefahren. Der Grazer Klassiker ist quasi unser „Heimrennen“. Die Situation ist diesmal doch etwas anders. Liegt der Stattegger grundsätzlich auf der fahrtechnisch schwierigen Seite, wird diesmal gleichzeitig auch noch die WM 2009 auf dieser Strecke ausgetragen. Das bedeutet, dass die Strecke nochmals verschärft und die Kulanzzeit zur Streckenhälfte ordentlich herabgesetzt wurden. Wer das nicht schafft, fliegt raus.
Extreme Bedingungen
Am Tag vor dem Rennen regnet es, was die Strecke ungeplant noch schwieriger macht, worauf viele ohnehin schon eingeschüchterte Teilnehmer nicht zum Rennen erscheinen. Somit nimmt in diesem Jahr nur ein kleines Grüppchen die Classic Strecke über rund 65 km und 2300hm in Angriff. Die Stimmung in Stattegg ist dafür weltmeisterlich!
Der Start
Gleich zu Beginn geht´s hinauf zum Martinelli, sprich 300 hm am Stück mit bis zu 28% Steigung. Nichts Neues für mich und da ich noch frisch bin schnell geschafft. Keine Zeit zum Ausruhen da es sofort auf einer klebrigen Wiese weiter den Berg hoch geht. Ich trete gemeinsam mit Martin K. Seite an Seite und wir puschen und gegenseitig. Einige sind hinter uns und andere vor uns – das passt schon !
Zwischenzeit und das Zeitkriterium
Das erste Zeitkriterium hat leider nicht jeder geschafft und einige fliegen aus der Wertung raus. Für Johannes zum Beispiel ist es das erste Rennen überhaupt und dann noch mit einem schweren Fully bei diesem extremen Event. Willenskraft, Kondition und eine super Fahrtechnik hat er, aber das Material zwingt ihn in die Knie. Martin K. und ich fahren noch immer gemeinsam und sind noch beim Rennen dabei. Flo S. und Gernot haben es auch geschafft. Tomschi und Flo W. sind schon weit vorne, auf der Suche nach Anschluss zum Spitzenfeld.
Der große Gipfel vor Augen
Flo S. hat sich für ein schärferes Tempo entschieden wie Martin K. und ich und konnte sich bereits am ersten Anstieg zum Martinelli ziemlich absetzen. Das Tempo war wohl etwas zu schnell gewählt, ab dem Nordlift haben ihn bereits Krämpfe begleitet. Martin K. und ich im Nacken und (angeblich zwischendurch sogar in im Augenwinkel) waren aber Motivation genung, bis zum Schöcklgipfel durchzubeissen und den Platz nach Hause zu fahren.
Labestation am Schöckl
Endlich erreichen wir den Schöckl und genießen einen kurzen Triumpf. Flo W. und Tomschi sind schon wieder schneller wie das Fototeam. Trinken, Essen und Magazinieren von neuen Vorräten ist jetzt angesagt. Der anstehende Downhill ist fahrtechnisch ordentlich anspruchsvoll und darüber hinaus noch mit Gegenanstiegen gespickt. Mir egal, weil ich fühle mich topfit und fahrtechnisch kenne ich den Trail wie meine Westentasche.
Der Dowhill
Für mich wird der Downhill zu einem Fiasko. Ich fahre noch immer gemeinsam mit Martin K. Er bekommt bei einem Gegenanstieg Krämpfe und braucht meine Hilfe beim Dehnen. Dann holt jeden von uns der Patscheteufel auch noch ein, aber zu zweit hat man das schnell erledigt. Auch bei mir bleiben dann Krämpfe nicht aus und als ich dann auch noch einen weiteren Platten habe, scheint die Partie für mich heute gelaufen zu sein. Martin K. und ich haben alle unsere Ersatzschläuche verbraucht. Martin K. kann mir leider nicht mehr helfen und ich verabschiede mich von ihm, er fährt das Rennen weiter und ich laufe mit meinem Bike die Strecke weiter. Endlich erreiche ich einen Streckenposten, juju, aber niemand hat einen Schlauch oder Pickzeug. Die Alternative 10km laufen bis zum Ziel ist nicht wirklich prickelnd für mich.
Plötzlich, eine glückliche Fügung des Schicksals… nach 30 Minuten herumfragen und telefonieren leistet mir ein Betreuerfahrzeug eines anderen Bikers erste Hilfe in Form eines rettenden Schlauchs. So erreiche ich auch noch das Ziel und bin stolz trotz aller Widrigkeiten doch noch mit meinem letzten Platz in die Wertung aufgenommen worden.
Das Ziel
Unverletzt und vollkommen fertig erreichen alle, sofern sie auch das erste Zeitkriterium geschafft haben, das Ziel. Manche früher andere später. Unter den heutigen Umständen sind wir (Gernot, Flo W., Martin K., Flo S. und ich) sehr stolz es geschafft zu haben.
Fotos









































