Tour am 21.08.2011
Hallo MTB Cracks!
Ich wollte euch mal die Eindrücke meiner Erstbefahrung des Villacher Hausberges mitteilen. Vorab, wie bei den meisten Touren, habe ich mal gegoogelt, ob sich hier schon jemand an diesen netten Trail gewagt hat. Auch mit einer erweiterten Suche konnte ich nichts finden und habe mir dann mal das Profil des Berges und der Strecke besorgt. Beim Öffnen der Datei ist mir gleich das erste Mal mulmig geworden, angesichts des nicht zu unterschätzenden Gefälles am Anfang des Trails. Aber wie immer kann ich zu einer solchen Herausforderung nicht nein sagen.
Am 21.07.2011 war es dann soweit, eine feine kleine Gruppe (Herwig, Peter und ich) machte sich auf, um mal die Höhenmeter zu schaufeln, die man ja dann mit fetten Grinsen wieder vernichten kann – soweit der Plan.
Wer den Berg kennt, weiß wie lange sich dann Ding nach hinten zieht, somit war der „Aufstieg“ mit ein bisschen Schweiß und Zeit verbunden. Nichts desto trotz kamen wir am Ziel mit leichter Erschöpfung an. Ein paar Fotos auf der Aufsichtsplattform und die Bewunderung der Südwand ließen unsere Kräfte wieder zurückkehren.
Die nächste Hürde war der Einstieg, nur ein kleines Schild kennzeichnet den Weg ins Tal und somit unseren Start in den Trail. Wie bei vielen Höllenritten, fängt der Trail mal sehr gemütlich an, und man kann sich auf den ersten Metern auf die Bodenbeschaffenheit einstellen und das Freeride Feeling aufkommen lassen.
Durch die einzelnen Bäume kann man aber die Steilheit erahnen, den wenige Meter von uns entfernt geht es leicht bergab, so 200-300m Felswand.
Mit der Gemütlichkeit ist es dann aber auch schnell vorbei, sobald die ersten Steilstücke kommen und der Trail sich nach meiner Ansicht in die Senkrechte zu neigen beginnt. 1,2 und 3 und das Bike ist frei…, da trennt sich mal gleich die Spreu vom Weizen, was bedeutet, das ich das erste Stück gleich mal geschoben habe. Danach geht es aber mit technischen Passagen und mit ein bißchen Hilfe der Vorderbremse einen Grat entlang, der einen fantastischen Aussicht auf die Karawanken zuläßt. Natürlich nur für die unter uns, die unter diesen Umständen noch Zeit finden, die Landschaft zu genießen. Weiteres zu erwähnende Highlight sind zwei Querungen über steile Geröllfelder, welche bei genaueren Betrachten direkt in den Abgrund führen. Diese Information habe ich Gott sei Dank erst nach meinen Überfahrten erhalten.
Texteinschub: Herwig
Und dann passiert es. Schon oft darüber geredet und gelacht. Ich bleibe mit dem Lenker zwischen zwei Bäumen stecken. Bevor es dazu kam, sah ich Didi von Weitem wie er zwischen den Bäumen irgendwie mit Füßen am Boden sich durchschlängelte. „Das kann ich sicher besser mit meiner Fahrtechnik“ war mein erster Gedanke. Weiter Vollgas… die Engstelle kommt immer näher… das geht sich aus… und schon bekam ich von meinem Vorbau und Lenker eine in den Magen verpasst ! Was ist denn jetzt passiert ? So ernsthaft tut mir nichts weh und deshalb bekomme ich einfach nur einen Lachkrampf. Das Bike war richtig verkeilt zwischen den Bäumen und ich musste es mit Kraft wieder befreihen. Unglaublich, ein oft besprochenes Worst Case Szenario ist eingetreten… und dann noch mit Happy End !
Im unteren Bereich fährt man durch eine Mondlandschaft gesäumt von riesigen Felsen welche durch das Friauler Erdbeben von 1348 entstanden sind. Einziger Wehrmutstropfen, in diesem Tarilabschnitt steht die brütend, heiße Luft und wir fühlen uns wie in der Sauna. Die Kulisse ist teils mystisch und der Trail beginnt ein bißchen flowiger zu werden. Nach 2 Drittel des Trails und den ersten Fingerschmerzen quert man auf eine kleine Forststrasse, von dort ändert sich der Trail zu einen wahnsinns flowigen Zuckerstückerl, Bremsen werden nur mehr zum Dosieren eingesetzt und man kann es krachen lassen.
Das Ende ist dann in auf einer schönen Wiese, wo einem die Kühe mit stoischen Augen und leichter Überraschtheit begrüßen. Eine kleine Buschenschenke ladet auch ein, den gemeisterten Trail gebührend zu feiern. Zurück nach Villach geht es dann am Gailtaler Radwanderweg, was bleibt ist ein Gefühl der Erleichterung, ohne Blessuren zu Hause angekommen zu sein.
FAZIT: nur für geübte und schwindelfrei MTBler, die Herausforderungen brauchen und ein bißchen Federweg mitbringen.
Fotos
































