Verfranst in den Karawanken

Tour am 07.08.2010Text HerwigFotos Herwig

Im Rahmen einer sommerlichen Grillerei wird mir eine super Tour in die Karawanken in Kärnten empfohlen. Ich merke mir natürlich jedes Detail. Wochen später erklärt mir ein befreundeter, in Kärnten tourenerfahrener Biker, die selbe Tour noch einmal. Eines schönen Sommertages reisen Helga, Johannes, Daniel und Franz von Graz zu Ursi und mir nach Villach um diese Tour gemeinsam zu fahren. Tags zuvor bekomme ich sogar noch einmal die Wegbeschreibung via SMS auf mein Handy geschickt. Kartenmaterial habe ich natürlich längstens besorgt. Franz hat auch sein GPS Gerät mit entsprechenden Karten dabei. Was kann da noch schiefgehen…

Zuerst geht es auf einer altbekannten Forststrasse bergauf, welche ich schon früher als Zubringer, für andere Touren genutzt habe. Danach folgt eine Tragepassage durch unwegsames Gelände. Auch diese war mir bereits bekannt und wir erreichen frohen Mutes einen angepeilten Bergsattel. Nur das Wetter macht uns ein wenig Sorgen.

Aber dann beginnt das Fiasko. Wir biken auf der Rückseite des Berges langweilig auf einer Forststrasse bergab. Höhenmeter Vernichtung auf die grausamste Weise aus der Sicht eines Mountainbikers. Ziel ist den Einstieg zu unserem entgültigen fahrbaren Gipfelsturmtrail zu finden. Vollkommener Irrglaube, wie es sich herausstellt. Diskussionen ohne Ende. Die Wegbeschreibung via SMS welche den Trail beschreibt, endet dann improvisiert in einer weiteren, ewig langen, steilen Tagepassage durch die Botanik. Irgendwann erreichen wir eine wunderschöne Wiese und erholen uns von den Strapazen.

Mit neuer Kraft schlagen wir uns weiter durch das Unterholz. Die Bikes noch immer geschultert, kommen wir endlich aus dem Wald hinaus auf eine Alm. Wunderschön! Wir können von Weiten schon den angestrebten Bergsattel sehen, welcher uns dann hoffentlich einen schönen Dowhill bescheren wird. Das Wetter hält gottseidank noch immer, auch wenn es nach Regen ausschaut.

Uns trennen nur noch ein paar Hundert Meter von unserem Zielpunkt am Berg. Notdürftige Trails, Kuhtrittpfade und eine weitere Tragepassage führen zum Erfolg.

Endlich angekommen. Uns eröffnet sich das Panorama und wir blicken auf Villach und die Umgebung. Minimundus lässt grüßen.

Keine Zeit zum ausruhen. Das Wetter kann jeden Moment umschlagen. Hie und da spüren wir ein Tröpfchen Regen. Wir müssen weiter. Der Grad des Bergsattels entpuppt sich als Traumtrail. Vollgas Richtung Tal!

Der Trail schlängelt sich fasettenreich durch den Wald. 1000 Höhenmeter Singletrail, gespickt mit sehr viel Botanik zu Beginn, rutschigen Wurzeln und einigen Spitzkehren mittendrin und zum Schluss ein paar Sprünge. Für einige unter uns ist dies teilweise ein Horrortrail und für andere eine willkommene Herausforderung.

Der Regen hat uns gottseidank nicht erwischt und wir kommen alle wohlbehalten im Tal an. Am Parkplatz treffen wir noch einen wirklich großen aber sehr disziplinierten Hund. Experiment meinerseits: Ich schaue den Hund in die Augen und werfe ihm ein Stück Wurst zu. Schnapp!

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