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3 Tage, 5 Biker/-innen in Osttirol und die 3000er Bergschönheiten

Ein tiroler Steirer, ein Kärntner Bayer, ein Kärntner Steirer, ein Kärntner und eine steirische Kärntnerin, quasi eine „internationale“ Runde machte sich auf nach Osttirol. Die Bergwelt Osttirols rund um Matrei hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Steil, felsig, schroff, keine sanften Nocken, eine spannende Herausforderung eben.

Beeindruckende Bilder aus dieser Gegend sind bekannt, aber ob hier nicht nur das tolle Kameraequipment, ein fähiger Fotograf oder ein Bildbearbeitungsprogramm alleine dafür verantwortlich sind, davon wollten wir uns selbst überzeugen.

Tag 1:

Den Tag der Anfahrt nutzen wir zu dritt (Astrid aus Pörtschach, Daniel aus Leoben und Herwig aus Villach) zeitbedingt als kleine Aufwärmrunde und kurbeln und tragen rund 1.000 hm auf einen westlich von Matrei gelegenen Berg. Die Abfahrt mit ständiger Aussicht auf die umliegende Bergwelt und Matrei ließ nur erahnen, was uns in den kommenden beiden Tagen erwarten sollte. Auf der anderen Talseite ist unser Ziel des nächsten Tages erkennbar, hoch über Matrei, mit einer beeindruckenden Felswand im Hintergrund. Überhaupt scheint die Bergwelt Osttirols eine ganz besondere Ausstrahlung zu haben. Steil, felsig, schroff, keine sanften Nocken, eine spannende Herausforderung erwartete uns.

Tag 2:

Am nächsten Tag stoßen noch die beiden „Flöhe“ aus Klagenfurt und Graz dazu. Summa summarum waren wir dann: Ein tirolerischer Steirer, ein bayrischer Kärntner, ein Kärntner Steirer, ein teilitalienischer Kärntner und eine steirische Kärntnerin, quasi eine „internationale“ Runde, es verspricht lustig zu werden, die Dialektbarrieren werden wir schon meistern.

Aus Zeit-und Temperaturgründen lassen wir uns die ersten 500hm vom hiesigen Taxiunternehmen chauffieren. Auch die restliche Auffahrt per Rad verläuft relativ gemütlich, teils im schattigen Wald, teils über sonnige Forststraßen erreichen wir schlussendlich den hochgelegenen Talboden, dem entlang wir zum für heute letzten, dafür umso steileren Anstieg kommen; ab hier steht Tragen am Programm.
Überraschend schnell (oder liegt es an der mittlerweile guten Kondition?) sind wir bei unserem Quartier für diese Nacht angekommen, der Tag eigentlich nur zur Hälfte vorbei. Bei Kaspressknödelsuppe und Brettljause (beides schwerst empfehlenswert) wird der kommende Tag besprochen und so nebenbei nach einer Nachmittagsbeschäftigung gesucht. Schließlich können die verbleibenden Stunden nicht ungenutzt bleiben. FloM und Herwig finden sich schnell einige geeignete Felsen in der Nähe der Hütte. Bis zur Dämmerung nutzen sie diese für wirklich spektakuläre Fotoaufnahmen. Der Rest der Gruppe lässt den Tag eher gemütlich ausklingen, Höhentraining auf 2900 Meter muss schließlich überlegt angegangen werden 😉

Die Unterkunft ist zwar unbeheizt, mit kaltem Wasser und ohne Licht, dafür ist die Stimmung umso besser. Erst die vorgeschriebene Hüttenruhe zwingt uns die Zimmer aufzusuchen. Schnell kehrt Ruhe ein, so müde sind wir dann doch.

Tag 3:

Der Tag beginnt für Frühaufsteher mit einer enormen, noch leicht vom Sonnenaufgang eingefärbten, wunderbaren Fernsicht. Das Bergfrühstück treibt uns Koffeinjunkies die Schweißperlen auf die Stirn. Wie? Nur 1,5 Tassen vom lebenswichtigen Elixier? Ein lösbares Problem wie sich herausstellt und gestärkt geht’s los. Trotz der Seehöhe ist es fast sommerlich warm, unsere vorsorglich mitgenommene Winterbekleidung bleibt daher gut verpackt im Rucksack.

Der Aufstieg auf über 3.000m führt uns über sanddünenartige Hänge, rollenden Schotter und griffige Felsplatten. Sogar Schnee und Eisflächen finden wir hier oben. Zählt das schon als Gletscher?
Wir verzichten darauf, unsere Räder durch den 20 Meter hohen senkrechten Klettersteigabschnitt zu fädeln, den Gipfeln können wir schließlich auch zu Fuß erreichen.
Dieser ist gut besucht, wenn wir auch die einzigen mit „Rad“ sind. Jeder kennt uns mittlerweile am Berg weil sich unser Vorhaben herumgesprochen hat. Trotzdem oder gerade deswegen erhalten wir von Wanderern gute Tips für weitere Touren beim Großvenediger: „Das wäre genau das Richtige für euch!“. Danke nochmals euch lieben Wanderern! Eure Vorschläge wurden bereits aufgegriffen.

Zurück gefädelt durch den Felskamin, können wir endlich wieder auf unsere Bikes und ab geht’s, je nach Untergrund, mal schnell, mal langsam, gleitend über Sand und Schotter in Richtung unseres ehemaligen Übernachtungshütte.
Von da ab wird die Abfahrt anstrengend. Der Weg ist von den tierischen Sommerfrischlern ein wenig zerfurcht, da und dort machen Felsen die Abfahrt noch ein wenig spannender. Und noch anstrengender. Abkürzen ist nicht, wir wollen ja keine Schäden anrichten, also kämpfen wir uns tapfer bis zum Talboden durch, wo wir endlich entspannt dahinrollen können. Die Hütte dort bekommt auch noch einen Besuch abgestattet… unglaublich welche Mengen an Essen die Burschen so am Tag verdrücken können 😉

Zum Abschluss unserer Tour geht’s flowig nahe einem großen Wasserfall Richtung Matrei. Die Spitzkehren sind auch für uns Anfänger in der Gruppe leicht zu meistern und so sind wir relativ rasch im Tal wieder angekommen.

Schlussfolgerung:

Fällt es uns leicht heim zu fahren? Nein! Trotz körperlicher Anstrengung, fühlen wir uns entspannt und bereit für die nächste Tour hier in der Osttiroler Bergwelt!

Text und Fotos:

Text: Astrid P.
Fotos: Herwig, Florian R., Florian M.
Fotobearbeitung: Florian R.

Fotos