Tour am 24.05.2014Text PeterNFotos Josef, Herwig
Nachdem ich einige spannende Tourenberichte von Herwig und dem Rest des Radlagers gelesen hatte, stand für mich fest: Sobald sich die Möglichkeit ergeben würde wollte ich endlich einmal selbst mit dabei sein.
Josef und ich hatten bereits ein Bike-Wochenende in Gemona geplant, als wir von einem Tourenvorschlag von Herwig, unweit unseres Reisziels im Forum lasen. Nach unserem vorsichtigen Nachfragen ob auch neue Gesichter willkommen sind ließ Herwigs Reaktion daran keinen Zweifel und so trafen wir uns bereits am nächsten Tag zu früher Stunde am Grenzübergang zu Italien. Mit dabei waren neben Herwig auch Fabian, der unerschrockene Downhiller und Gerry, mit seinem 29er-Bike sowie die vierbeinige Hündin JoJo.
Nach kurzer Autofahrt in Richtung Süden war unser Ziel erreicht, letzte Vorbereitungen wurden getroffen und schon bald befanden sich fünf motivierte Biker mitten im angenehm zu fahrenden Anstieg. Anfangs waren wir noch froh über Schatten spendende Bäume am Straßenrand, doch langsam zogen die Gewitterwolken zu und es begann zu tröpfeln. Auch wenn wir damit rechneten, dass sich bald wieder die Sonne durchsetzen würde war klar, dass nasse Steine die Abfahrt nicht einfacher machen. Aber soweit waren wir ohnehin noch nicht. Nach einigen weiteren Höhenmetern erreichten wir eine Alm, die uns Herwig bereits als Zwischenziel angekündigt hatte.
Bei Wurstbroten, Kärntner Speck und Radieschen mit Salz (oder doch Curry-Gewürz?) beobachteten wir den wolkenverhangenen Gipfel und berieten wie es weitergehen sollte. Schnell war klar: Zumindest auf den nahen Berggrat sollten die Bikes getragen werden, eine neue Variante auch für Herwig. Rasch erreichten wir die Anhöhe und plötzlich öffnete sich der Blick in Richtung Süden:
In der beeindruckenden Kulisse erkannten wir unter uns das breite Flussbett des Tagliamento, während immer wieder Wolkenfetzen an uns vorbeizogen.
Wir hielten uns nun nach links auf einem sehr vielversprechend aussehenden Pfad nahe der steilen Südflanke.
Eine weitere Viertelstunde wurden die Bikes hochgetragen bis wir beschlossen aufgrund des immer rutschigeren Bodens kehrt zu machen.
Auf dem folgenden Trail ließ es sich Herwig nicht nehmen einige spektakuläre Aufnahmen zu machen und natürlich durfte auch das obligatorische Gruppenfoto nicht fehlen.
Zurück bei der Alm schlugen wir nun einen Pfad ein der uns zurück zu unseren Fahrzeugen bringen sollte. Waldboden wechselte sich nun mit steinigeren Passagen ab, durch den früheren Regen jedoch stets mit Vorsicht zu befahren – Steine und Wurzeln erwiesen sich als äußerst glatt.
Nach einem kurzen Zwischenanstieg folgte ein phänomenaler Trail der schließlich über enge Serpentinen in einen Schuttkegel führte. Nun galt es das Vorderrad zu entlasten, um über die großen Gesteinsbrocken schwungvoll drüber zu rollen, was nicht immer perfekt klappte. Einen unfreiwilligen Abstieg vom Rad machte Gerry, der sich plötzlich ein paar Meter tiefer wiederfand.
Mit ein paar Kratzern mehr am Körper plagte mittlerweile nicht nur ihn der Hunger und so galt es die letzen Höhenmeter ohne weitere Stürze zu bewältigen. Auch das angekündigte Bärlauchfeld kreuzten wir dessen Blätter im Spätfrühling allerdings schon eher welk waren.
Tatsächlich spuckte uns der Trail bald unweit unserer Autos wieder aus und wir rollten gemeinsam mit einem müden aber breiten Grinsen zu den Autos zurück. Insgesamt eine unglaublich schöne und abwechslungsreiche Tour, die wohl nicht das letzte Mal unter die Stollen genommen worden ist.
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