Tour am 05.04.2010
Ohne Frage zählt der Lago wohl zu den besten Bikerevieren die man in Europa so finden kann. Ehrensache, dass man dem See und all seinen Annehmlichkeiten mindestens einmal im Jahr einen Besuch abstattet. Die meisten können wahrscheinlich gar nicht mehr zählen wie oft sie schon auf den Trails rund um den See unterwegs waren. Und so sind wir auch zu Ostern wieder mal zu einem Kurztrip Richtung Süden aufgebrochen.
Während die erfahrenen Lago-Besucher schon am Abend Pizza und Pasta verputzen, lernen die Rookies erst mal, dass man in 5 Stunden wohl eher doch nicht von Graz nach Torbole jetten kann (schon gar nicht mit Boxenstopp in Villach). Aber auch die Ankunft im Abendrot hat etwas für sich! Die Einstandstour führt uns die Ponalestraße hinauf über Pregasina zum Passo Rochetta. Selbst für die erfahrenen Gardaseeurlauber ist der „Klassiker“ ob des Seepanoramas noch jedesmal eine beeindruckende Auffahrt. Weniger klassisch und von den zu Ostern noch verstreuten Wanderern misstrauisch beäugt war dann die gewählte Abfahrt über den Sentiero 101. Beim Einstieg ist hier wirklich Mumm gefragt! Es geht nahtlos heftig zur Sache. Nach wenigen 100 Höhenmetern endet das Abenteuer jedoch recht abrupt und der Weg schlängelt sich als kopfsteingepflasterer Wandersteig (der mit jedem Panda 4×4 locker zu befahren wäre) bergab in Richtung Limone. Dort ist dafür ein Cappuccino Pflichtprogramm. Ohne dem geht beim Flo nix. Retour auf der Fähre nach Torbole hat spätestens den Letzten das Gardassefeeling erreicht. Tag 2 steht wieder im Zeichen eines „Lago-Klassikers“, dem Sentiero 601. Aber erst mal gibt´s bei Meckis einen Cappuccino, logisch. Auf der Anfahrt von Torbole zur Malga Casina erhaschen wir schon erste Blicke auf den Trail, der immer wieder die Straße quert. Die Höhenmeter rinnen dahin, Tomschi macht Fahrtenspiele und rotiert um uns herum (Kraftausdauertraining nennt sich das dann). Sein Hardtail wird sich im Downhill allerdings noch als Nachteil herausstellen. Da wir uns am Vorabend allen möglichen lukullischen Genüßen hingegeben und damit emotional recht ausgeglichen sind (unvergesslich bei jedem Besuch die Spagetthi Frutti die Mare in der Trattoria unserer Wahl in Nago), lassen wir uns gerne vom Herwig für allerlei photographische Versuche missbrauchen. Dieser Missbrauch hat sich durch den ganzen Urlaub gezogen und ein Blutbad war manchmal nur noch hart zu verhindern! Zum Sentiero 601 ist nicht viel zu sagen, wer den Gardasee kennt, weiß über die kindskopfgroßen losen Brocken Bescheid. No-Way mit einem Hardtail! Und jedes mal die Frage, wie der liebe Moser diesen Weg als „leicht holprig“ bezeichnen konnte, zu Zeiten als Federung auch an der Front noch Wunschdenken war. Der Mann muss ein Gott sein! Am letzten Tag gehen wir eine der schönsten Touren am Lago an: Über die Ponalestraße geht´s gemütlich zum Lago die Ledro. Dort gibt es – what else – einen Cappuccino für den Flo. Und weil die Sonne so herunterlacht gleich ein Eis hintennach. Die Auffahrt von Molina die Ledro zur Bocca dei Fortini bietet bei diesem Wetter herrlichen Schatten. Und die Kehren sind gleich die beste Gelegenheit für Tomschi allen zu zeigen wo der Hammer hängt. Den Passo Rochetta erreichen wir diesmal von der anderen Seite. Hier könnte man weiter zum Tremalzopass abbiegen. Angesichts der etwas fortgeschrittenen Tageszeit nehmen wir aber den 422er nach Pregasina. Der ist kein Geheimtipp, aber noch jedesmal ein Highlight: Schnell, flowig und vor Pregasina mit etlichen tricky Stellen garniert. Am Abreisetag bekommen wir noch einen kurzen Ausblick auf das herannahende Wetter. Es wird grauslich nass und kalt. Aber wir wollen uns nicht beschweren, zu Ostern am Gardasee so ein Sommerwetter erwischt zu haben, ist erfahrungsgemäß schon ziemlich Lottosechser. Besonders wenn es die Woche zuvor laut unserer netten Rezeptionistin sogar noch geschneit hat! Den letzten Cappuccino bei Mecki´s bestreiten wir eben mit Winterjacke und Haube anstatt mit T-Shirts und Shorts, aber was sein muss, muss sein! Der einzige Wermutstropfen: auch diesmal war niemand motiviert mit mir den Tremalzo anzufahren. Müssen wir halt nächsten Sommer wieder an den Gardasee!
Fotos


















































