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Um dem Winter zu entkommen machten wir, Herwig aus Villach als Guide, Daniel aus Klagenfurt, Flo R. und Thomas L. aus Graz sowie JoJo, uns am Freitag den 20.3.2015 unter dem Motto „Trailexperimente“ auf den Weg nach Italien. Dort sollten uns drei Tage lang frühlingshafte Temperaturen frühlingshafte Bike-Gefühle bescheren. Bereits beim Treffpunkt am italienischen Grenzübergang erblickten wir die hochragenden Berge voller Schneeglöckchen. Nahezu jeder Gipfel schien völlig mit der weißen Blütenpracht bedeckt zu sein. Während der weiteren Fahrt nach Gemona wurde spekuliert ob es sich bei dem weißen Glanz auf den Bergen nicht etwa doch um Schnee handeln könnte. Das war aber klarerweise unmöglich, da es doch schon Mitte März gewesen ist. Es musste sich also wie zuvor vermutet um Schneeglöckchen handeln.
TAG 1
Hochmotiviert setzten wir uns also aufs Bike und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Am Gipfel angekommen wurden wir mit einem beeindruckenden Rundumblick belohnt. Der anschließende Downhill forderte uns technisch und konditionell sehr, und brachte jeden von uns gelegentlich an seine persönlichen Grenzen. Von enorm rutschig bis grob wurzelig und stufig konnte man beinahe bei jedem Untergrund an seiner Spitzkehren-Technik feilen.
Tag 2
Gut gestärkt ging‘s am nächsten Morgen wieder los zum nächsten Gipfel. Der fahrenden Uphill mit dem Bike wechselte auf die Nordseite und wurde ab einer gewissen Höhe mit dem Rad jedoch unmöglich, da uns knietiefe Schnee- (glöckchen) -felder auf der Forststraße dazu zwangen die Bikes zu tragen oder zu schieben. Jojo war ganz in ihrem Element und genoss die erfrischende Wirkung des Schnees. Sie konnte unsere mangelnde Begeisterung deshalb nicht ganz nachvollziehen. Erste Unterkühlungserscheinungen ließen den einen oder anderen von uns Philosophieren und so gelangten wir letzten Endes zu dem Schluss:
„Ikarus flog zu nahe an der Sonne und verbrannte sich die Flügel – wir sind zu hoch auf die Berge gestiegen und froren uns die Beine ab.“
Nach der frühlingshaften Jause auf einer Alm (der Gipfelsturm blieb uns leider durch die Schneemassen verwehrt) stürzten wir uns ein weiteres Mal den Berg hinab und erlebten abwechslungsreiche Trails der Extraklasse. Nach einem wirklich gelungenen Ride mussten wir uns von Daniel verabschieden, der bereits an diesem Tag die Heimreise antrat.
Wie es der Zufall so will, trafen wir auf einen einheimischen Enduro Fahrer, der uns kurzer Hand GPS-Tracks von Trails schickte, die auf einer Karte nicht verzeichnet sind. Das konnten wir uns am nächsten Tag natürlich nicht entgehen lassen.
Tag 3
Und so begann der dritte Gipfelsturm. Zugegebener Maßen gönnten wir uns den Luxus die ersten paar Höhenmeter zu shutteln bevor wir uns für ein letztes Mal an diesem Wochenende auf unsere Sättel begaben. Fasziniert von der gigantischen Fernsicht mit unzähligen Schneeglöckchen in den Luft und den abermals frühlingshaften blumigen Bedingungen stürmten wir den letzten Gipfel.
Die Abfahrt begann im Tiefschnee, führte uns dann zu einer 7km langen vielfach befestigten, traumhaft gebauten Endurostrecke, tatsächlich frühlingshaften Wäldern und brachte uns letztendlich bei strahlendem Sonnenschein verschwitzt und vollgepumpt mit Endorphinen zurück ins Tal.
Dort reinigt Herwig sein Bike – natürlich nur mit einem gewichtsoptimierten aber vor allem farblich passendem Beserl…
Rückblickend, ein gigantisches Bikeerlebnis, das man so nicht planen könnte!
Ride On!
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