Lags an den wenig einladenden Temperaturen, die uns Axel so brachte oder doch an der relativ frühen Startzeit an einem Sonntag morgen, dass sich nur zwei Radlergmitglieder zur Tour auf den Berg einfanden? Die Chance, nicht über 16 km aus eigener Kraft zurücklegen zu müssen, konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen! Schlussendlich blieben immer noch ein paar Höhenmeter bis zum Gipfel, die wir selbst treten mussten.
Und diese paar Höhenmeter hatten es an diesem Tag besonders in sich. Bei strahlendem Sonnenschein und gleichzeitig knackigen -10°C führte uns die moderate Steigung Richtung Gipfelhaus. Axel war hier abwechselnd Helfer, indem er uns mit Böen in Fahrtrichtung kräftig anschob oder sich uns hartnäckig in den Weg stellte und wir ihn tief geduckt über dem Lenker über uns weg pfeifen ließen. Dann wurden aus den -10°C ganz schnell gefühlte -23°C.
Mittlerweile haben wir aber auch für diese Verhältnisse die richtige Kleidung gefunden, also trotzten wir dem kalten Wind und freuten uns schon auf ein gutes Mittagessen im Gipfelhaus. Die Karte wurde leider vom ausgezeichneten Kaiserschmarren bereinigt. Als Erklärung erhielten wir, dass hier alles frisch gekocht wird und manche Gäste sich über längere Wartezeiten beschwert hatten. Wir hätten die Wartezeit gerne in Kauf genommen, fanden aber auf der verbliebenen Karte geeigneten, sättigenden Ersatz.
Draußen pfiff der kalte Wind, drinnen war’s gemütlich warm. Ist anziehen und abfahren wirklich die Option der Wahl? Nicht doch lieber ein gemütliches Nickerchen auf der sonnigen Bank? Nix da! Anziehen! hieß es und abwärts auf dem zuvor ausgewählten Weg. Glücklicherweise ließ uns dieser noch ein kleines bißchen Zeit zum aufwärmen, bevor wieder volle Konzentration und Gefühl in den Bremsfingern gefordert waren. Das Ganze südseitig und windstill, nach den Tieftemperaturen beim Aufstieg kamen wir jetzt gehörig ins schwitzen. Etwas flowiger ging es dann Richtung Ausstiegsstelle des Busses und vorbei weiter auf meiner neuen Lieblingsstrecke zurück zum Auto. Flow, Fels, leicht verblockt, wurzelig, hach, was will man da mehr?
Gesamtdauer: 4 h mit Pause im Gipfelhaus
getretene Höhenmeter: 400 hm
genossene Tiefenmeter: 1500 hm
Funfaktor: ![]()
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Text: Dorie im Wald
Fotos: Daniel
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