Die BÄRlauch Tour – Friaul

Tour am 02.04.2011Text Peter

Es ist der 2. April 2011, ein Traumtag kündigt sich an. Herwig ist auch im Lande, die schneebedeckten Kärntner Berge hängen mir schon zum Hals raus – was liegt da näher, als nach Friaul zu fetzen. Kurti ist auch mit dabei, für ihn eine doppelte Premiere – er kennt die Tour noch nicht, und er wird erstmalig sein neues Liteville 301 echt hart hernehmen.

Nach dem letzten Tunnel und noch vor der Autobahnabfahrt ist ein erster Blick zum höchsten Punkt unserer Tour möglich. Die Malga liegt schneefrei und sonnig knapp unterm Gipfel – genau so soll’s sein! Wie immer parken wir gleich beim Friedhof – Aberglaube ist nichts für Biker.

Wenige Meter zum Eintreten und schon steigt die lauschige Asphaltstraße gleich mal saftig an. Mit dosiertem Tempo arbeiten wir uns hinauf in einer traumhaften Landschaft, immer wieder mit tollen Ausblicken in die umgebende Kulisse. Nach dem ersten Drittel beginnt jetzt ein Forstweg, dessen Untergrund sukzessive gröber und damit härter zum Treten wird, wie immer unterschätze ich den doch relativ langen Anstieg. Endlich erreichen wir die Malga – nur der BÄR braucht eine Pause, wir wollen so rasch wie möglich die Abfahrt genießen.

Es wartet auf uns ein endlos langer, abwechslungsreicher Singletrail, dann und wann gespickt mit einigen technischen Schmankerln, dazwischen Passagen, die zum Bolzen wahrlich provozieren. Umsichtig wie ich Herwig kenne, bemerkt er alsbald kleine Schwächen an Kurti´s Liteville – die Sattelstütze gehört mehr gekürzt, ein breiterer Lenker, andere Pedale sollten demnächst montiert werden.

Die erste Etappe der Abfahrt ist glimpflich überstanden, ein kleiner Zwischenanstieg und dann geht’s ans Eingemachte. Der Charakter der Landschaft wechselt vollkommen. Schlagartig ist man im felsigen grobschottrigen Gelände, es wird fahrtechnisch deutlich anspruchsvoller. Einige Male muss man doch runter vom Bike (freiwillig oder unfreiwillig), der Untergrund ist total konditionsraubend – doch die Belohnung ist nicht mehr fern.

Man kann es schon förmlich in der Frühlingsluft erschnuppern, da taucht das große BÄRlauchfeld die vorher graubraune Landschaft in ein erfrischend saftiges Grün, Erinnerungen an April 2007 werden wach. Wie damals haben wir den passenden Zeitpunkt erwischt. Wir können richtig abgrasen, stopfen unsere Rucksäcke prallvoll – der BÄR schaut zu.

Dann erschließt sich noch ein betörender Blick in die Ebene des Tagliamento, vorbei an Lorbeersträuchern geht’s zurück ins Tal, und eine Wolke von BÄRlauchduft begleitet uns bis wir zu Hause sind.

Fotos