Tour am 04.05.2014Text Michi T.Fotos Mich T, Herwig, Nikki, Rita
…als Herwig seine Tour für diesen Berg in Italien unter diesem Titel ausschrieb, waren für mich bereits zwei wesentliche Faktoren für einen schönen Tag erfüllt – biken und Italien! Der „Graterfahrung“ schenkte ich zu diesem Zeitpunkt nur geringe Aufmerksamkeit, ich sollte aber eines besseren belehrt werden!
Um dem schönen Wetter eine Chance zu geben, wurde die Tour von Samstag auf Sonntag verschoben und wir wurden dafür mit blauen Himmel, angenehmen Temperaturen und der Teilnahme von Rita belohnt! Nach einer problemlosen Anreise starteten wir – Herwig, Nikki, Rita, Bertram und Michi – von einem Parkplatz nahe der Altstadt von Gemona unser Vorhaben. Als ortskundiger Guide übernahm Herwig die Führung. Wir radelten auf einer kleinen asphaltierten Straße Richtung Berggipfel. Der ersten 600Hm des Anstiegs waren mit ca. 8% Steigung recht angenehm und wir kamen gut voran, nach weiteren 200 Hm auf einem Fortsweg erreichten wir eine kleine Alm für eine kurze Pause.
Nach der erholsamen Pause mit Tiefblick kam der Abschnitt, ab dem wir unsere Bikes über 200Hm tragen mussten.
Am Gipfel angekommen, konnten wir ein traumhaftes Panorama genießen, nach Süden fällt der Berg steil ab und läuft in einer riesigen Ebene aus. Das Flussbett des Tagliamento schlängelt sich markant durch diese Ebene bis es bei Lignano ins Meer mündet.
Leider war es mittlerweile 14 Uhr und wir mussten uns mit dem Abstieg/Abfahrt auseinandersetzen. Spätestens jetzt wurde mir die Bedeutung von Herwigs Ausschreibung „Graterfahrung“ klar. Ich hatte mir natürlich den Bericht der Tour aus dem Jahre 2006 angesehen aber entweder sind die Berge in der Zwischenzeit steiler geworden oder, was eher wahrscheinlich ist, die Bilder vom damaligen Bericht lassen diese Gegend etwas harmloser wirken als sie ist! Bevor wir uns in einen solchen Trail am Gart wagen, musste dieser natürlich ausführlich inspiziert werden.
Trailbesichtigung des Einstiegs …. uiii der Einstieg ist steil – vorwärts, links und rechts… und hinten war dann auch noch steil !!!
Vor dem Downhill durfte natürlich ein vollständiges Gruppenfoto von uns nicht fehlen: Bertram, Michi T (beide aus Klagenfurt), Herwig mit JoJo (Villach), Rita (Leoben) und Nikki (Villach)
Der Weg am Grat entlang verzeiht fast keine Fahrfehler und so war unsere Abfahrt ein auf und ab der Gefühle, die überwältigende Gegend mit einem traumhaften Ausblick auf einem super coolen Pfad der aber rechts und links so steil abfällt, dass man lieber nicht hinunter sehen will. Unsere 2 Profis Herwig und Nikki fuhren voraus, Rita, Bertram und ich hinten nach. Stück für Stück überquerten wir den Grat und mit jedem Meter wurden wir etwas sicherer.
Eine kleine Pause zum Erholen der Nerven und neue Kraft schöpfen war unbedingt notwendig, auch wenn unser breites Grinsen für diesen Trail nicht aufhört!
Wieviel Trail kann da noch übrig sein nach so viel Adrenalin und Genuss? So viel !!!
Wir haben das Adrenalin noch nicht einmal annähernd abgebaut und dann erwartete und schon die nächste Schlüsselstelle. Der Trail ist einfach aber verzeiht keinen Fehler nach links oder nach rechts. Mit Konzentration, Erfahrung, Fahrtechnik und einer Portion Mut bewältigten wir diesen Abschnitt.
Am Ende des Grat fällt der Weg über einen Hügel steil bergab und auch wenn wir kurzzeitig dachten es wird sicher bald leichter, mussten wir schnell feststellen, dass auch die Abfahrt über den Hügel ein weiteres Schmankerl war. Sehr steil und auch steinig mit unzähligen Verwerfungen forderte uns diese Abfahrt einiges an Kraft und fahrtechnischen Können ab. Gut 20 Spitzkehren in extrem steilen Gelände mit rolligen Untergrund. Huiii… Die Bremsen hielten aber unsere Unterarme und Finger nicht. Alternativen: Querfeldein gerade runter, Pausen und Finger lockern oder einfach schieben (das war eine Herausforderung für ich in dem steilen Gelände).
Nach diesem Abschnitt folgte der lange erwartete Singeltrail mit unzähligen Spitzkehren, einigen schnell fahrbaren Teilstücken und zum Ende mit vielen Stufen.
Unser Wasser wurde während der Tour knapp. Beim bekannten Brunnen zwängte sich JoJo zuerst ins nasse kühle Wasser. Sie war wohl auch etwas überhitzt. Nach unserem Staunen und Gelächter haben wir unsre Trinkflaschen teilweise aufgefüllt und genießen den folgenden Singletrail.
This Singletrail never ends !!!
Der Trail spuckte uns direkt ober der Altstadt von Gemona, wie geplant von Herwig, an der Bundesstrasse aus. Mittlerweile war es 17 Uhr und obwohl wir bei unserer Abfahrt keine nennenswerten Pausen machten, benötigten wir für den Downhill gleich lange wie für die Auffahrt und das sagt sicher einiges über den Schwierigkeitsgrad dieser Tour.
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