Romantisches Inversionswetter – Nockberge

Tour am 24.10.2008Text HerwigFotos Herwig

Wie schon in den letzten Tagen erblicken ursi und ich eine weiße Nebelschicht über uns, welche nicht wirklich förderlich ist für unsere sonnigen Gemüter! Deshalb schlage ich eine Mountainbiketour auf den nächstgelegenen hohen Berg vor, damit wir wieder einmal die Sonne sehen. Ursi lässt sich das nicht zweimal sagen und wir starten los. Meine Tourenplanung betreffend den Downhill, ich kenne die Strecke, ist vielleicht etwas heftig für Ursi am Hardtail – aber davon weis sie noch nichts…



Da wir nicht so viel Zeit haben, nutzen wir die freundliche Liftunterstützung um die Nebelsuppe hinter uns zu lassen. Ursi grinst bereits in der Gondel bis über beide Oheren – wir freuen uns auf den Berg. Als wir die Wolkendecke durchbrechen, erstreckt sich eine traumhaft, romantische Inversionswetterlage unter uns.

Im strahlenden Sonnenschein steigen wir aus der Gondel aus. Wir befinden uns nun zwar schon über der Wolkengrenze aber noch lange nicht am Gipfel. Von unserem Ziel trennen uns noch einige hundert Höhenmeter. Nach einem recht gemütlichen Uphill auf mehr oder weniger steilen Forststrassen, erreichen Ursi und ich einen kleinen Zwischengipfel, überglücklich und zufrieden.

Die nächten Höhenmeter sind die Hölle. Es sind nur noch gut 100hm zum Gipfel aber diese haben es in sich. Es ist gerade so steil, dass man sich denkt ich kann es fahren und muss nicht schieben. Unser Ehrgeiz ist natürlich auf Fahren eingestellt und so treten wir so lange es geht. Ursi Puls klettert in ungeahnte Höhen und muss kurz anhalten und verschaufen. Ich denke, das wars dann und wir schieben ab hier. Plötzlich schaut sie mit einem breiten Grinser auf, setzt sich wieder aufs Bike und wir treten bis zum Gipfel.

Die Strapazen sind vorbei – wir stehen am höchsten Punkt des Berges – ein unedliches Wolkenmeer liegt unter uns. Kaum vorstellbar, dass sich unter dieser Wolkendecke die Stadt Villach befindet.

Endlich stürtzen wir uns in den wohlverdienten Downhill. Zuerst genießen wir freeridemäßig einge Wiesen und dann führen uns traumhafte Singeltreils immer weiter Richtung Wolkengrenze nach unten.

Mit der Wolkengrenze ändert sich auch der Untergrund. Der Trail neigt sich in die Senkrechte und besteht nur noch aus Gesteinsbrocken welche hie und da von einem Wurzelteppich abgelöst werden. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Nebelwand welche sich plötzlich vor unseren Augen aufbaut, viel dichter ist wie erwartet. In meiner Erinnerung ist dieser Trail recht schwierig, aber heute ist er noch um einges komplizierter zu bewältigen. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich Ursi mit ihrem Hardtail in diese weiße Hölle geführt habe. Sie kämpft sich tapfer Meter um Meter durch den Nebelteppich nach unten. Bald wird der Taril auch etwas einfacher und irgendwann muss doch wieder Licht sein am Ende des Tunnels sein…

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