Tour am 20.06.2009Text FloWFotos Ursi, Sportograf
Der neuerliche Start beim 24h Rennen in München war ja nach dem riesen Spaß 2007 und 2008 bereits ausgemachte Sache. Das Neue 2009: Die Mundpropaganda hat gewirkt und neben dem bereits erfahrenen Team Schöklfreunde (Herwig, Martin KK, Hribi und ich) hat sich um Gernot ein 2tes Team mit Flo S, Tomschi und Hati zusammengefunden, das unter dem Namen Schöcklfreunde II an den Start gehen wollte. Der Name dieses Team wurde dann im Laufe der Sponsorensuche noch zugunsten des Hauptsponsors in Trek-Mountainbiker.at Klagenfurt umgeändert.
Das 2te Team mit Bikern aus dem Freundeskreis bedeutete natürlich eine zusätzliche Komponente, die bereits im Vorfeld deutlich zu spüren war. Ständig wurde über den Trainingsfortschritt der konkurrierenden Mannschaft philosophiert. Nach jeder gemeinsamen Ausfahrt in Graz habe ich die neuen Infos über die Topform – speziell von Flo S und Gernot – nach Stuttgart bekommen. Die beiden waren damals dabei sich neben München auch auf die Salzkammerguttrophy mit professionellem Trainingsplan vorzubereiteten. Das hat mich natürlich motiviert im Stuttgarter Hügelland ordentlich biken zu gehen.
Auch bei der Sponsorensuche haben die „Neulinge“ gleich ihr Geschick gezeigt und schon beim ersten Antreten die komplette Teamwäsche aufgestellt. Auch das „alte“ Team hat wieder dank Martin KKs Kreativität und Herwigs unermüdlichem Einsatz die Sponsoren wieder überzeugt Scheine locker zu machen. Da wir bereits mit Mode eingdeckt waren, entschlossen wir uns in Gemeinschaftsrahmen zu investieren. Nach einer kleinen Finanzspritze aus eigener Tasche haben wir dann 4 Stk Kraft Carbon Hardailrahmen organisiert und jeder individuell aus vorhandenen Bikes aufgebaut… frei nach dem Motto Carbon statt Kondition.
Um die gewachsene Mannschaft organisatorisch, logistisch, kulinarisch und psychisch zu unterstützen wurde auch der Betreuerstamm auf 3 erweitert. Vielen Dank an dieser Stelle an Ursi, Kathi und Christoph.
Und irgendwann war die Vorbereitungsphase vorbei und das Rennwochenende war da…
Das Spiel beginnt von Neuem. Am Freitag Anreise und Lageraufbau, diesmal mittem im Münchner Olympiastadion. Heuer leider bei Dauerregen und schlechter Wetterprognose für das ganze Wochenende, was dann in Folge auch das Hauptgesprächsthema ist nachdem die gesamte Mannschaft versammelt und der Griller angeheizt ist. Deswegen auch eine etwas gedämpftere Stimmung als im Vorjahr… weil wer will schon 24h lang im Waschelregen biken?
Die Strategien des Teams Schöcklfreunde und des Teams Mountainbiker
Am nächsten Morgen bietet sich noch immer kein viel besserer Anblick… Nach wie vor Grau in Grau. Doch die Stimmung wird von Stunde zu Stunde besser und das schlechte Wetter wird einfach ignoriert. Die Mannschaft splittet sich immer mehr in die beiden Teams auf und die letzten Taktibesprechungen werden durchgeführt. Bei Team Schöcklfreunde ist schnell klar, dass die Taktik, die in den beiden Jahren zuvor gut funktioniert hat, beibehalten wird mit der Option auf längere Stints in der Nacht, wenn das Wetter schlecht bleiben sollte. Team Mountainbiker entscheidet sich von Anfang an jeweils 2 Runden zu fahren, da die Jungs alle auf längere Strecken trainiert sind und sich so auch für die Nacht eine Ruhephase erarbeiten können… Der Himmel wird heller!
Der Start
Die Startfahrer Hribi und Gerhard stellen sich bei einer Regenunterbrechung in den Startblock… 12:00 Uhr: los geht’s auf die die Strecke, welche zu Gunsten der Sicherheit aufgrund der nassen Bedingungen technisch vereinfacht wurde. Die Startrunde ist zach, da neben den vielen Biker auch noch die rutschige Strecke zu bezwingen ist.
Die erste Runde und der Wechsel – jeder kommt dran 🙂
Bei Team Schöcklfreunde efolgt der erste Wechsel laut Plan gleich nach der Startrunde: Hribi übergibt den „Staffelstab“ an mich, während Gerhard nur knapp hinter mir in seine 2te Runde fährt…
…Der Himmel wird immer heller und der angekündigte Regen setzt auch nicht wieder ein. Schon während meiner Runde beginnt die Strecke aufzutrocknen. Das Bangen bezüglich Wetter wird zur Nebensache und das vom Vorjahr bekannte Gefühl macht sich breit! VOLLGAS in jeder Runde — Was der Körper hergibt! Die erste Runde ist die schlimmste! Danach wird es besser!
Die ersten nachfolgenden Runden
Martin KK und Gernot, die die jeweils 2te volle Runde bestreiten, haben eine schon fast ganz aufgetrocknete Stecke und müssen nicht mehr so viel Dreck fressen… Das Wetter wird immer besser bis schließlich sogar die Sonne immer wieder durchschimmert.
Das heißt, wir können uns voll auf das Rennen konzentrieren. Es ensteht wieder der interne „Kampf“ doch in abgeschwächter Form, da vermehrt auf das andere Team geschaut wird. Wie entwickelt sich die andere Taktik? Ist das doch die bessere? Wieviel verlieren wir dadurch, dass wir öfters wechseln? Und da man nicht gleichzeitig an zu vielen Fronten kämpfen kann, wird vor lauter Vergleichen fürs Erste die Gesamtplazierung vernachlässigt.
Nach einigen Runden wird deutlich, dass die Jungs vom Mountainbiker Team tatsächlich super trainiert haben und 2 Runden hintereinander konstante Zeiten fahren können. Allerdings sind die Zeiten eine Spur über den Rundenzeiten von Team Schöckfreunde. Hinzu kommt erschwerend, dass Gerhard mit seinem Tourefully keine optimale Waffe unter dem Hintern hat und so nicht ganz die Pace der Anderen halten kann. So kommt es, dass sich Team Schöcklfreunde absetzen kann.
Mitten im Rennen
Es beginnt wieder zu laufen… Die Abläufe automatisieren sich, die Wechsel laufen flüssig, die Runden werden schneller und der Spaßfaktor wächst. Genauso wie der Vorsprung von Team Schöcklfreunde, wenn auch nur sehr, sehr langsam. Keines der beiden Teams zeigt Schwächen und nur ein Defekt kann alles umdrehen… Doch es geht alles gut bis zu diesem Zeitpunkt.
Die Nacht
Wie im Jahr zuvor ändert sich in der Nacht alles schlagartig. Und ab der Dämmerung kann dann Team Schöcklfreunde die Routine ausspielen. Bei einem Blick auf den Verlauf der Rundenzeiten wird deutlich, dass die „alten Hasen“ im Vergleich das Tempo konstanter und die Rundenzeiten niedriger halten können. Der Vorsprung wächst weiter, nach der 30ten Runde ist es dann soweit: Die erste Überrundung kann nicht mehr abgewendet werden. In Folge stellt sich auch heraus, dass die langen Pausen in der Nacht bei Team Mountainbiker keinen Vorteil bringt. Tomschi hat dann auch noch Pech mit dem Verkehr und muss in der Pause wegen eines 8ers auf ein Ersatzlaufrad umbauen. Noch in der Dunkelheit kann Team Schöcklfreunde eine weitere Runde gut machen sowie einige Platzierungen. Jetzt wird auch die Gesamtplazierung wieder interessant. Zu den besten Zeiten kann sich Team Schöcklfreunde unter die Top 30 fahren.
Der Morgen bricht an
Mit einem beruhigenden Polster von 2 Runden startet Team Schöcklfreunde in den 2ten Tag. Bei Team Mountainbiker hat sich auch herausgestellt, dass die langen Stints ihren Tribut verlangen und die jeweils 2ten Runden nicht mehr ganz so schnell gehen. Worauf für die letzten Stunden auf die gleiche Taktik umgestellt wird.
Weiter geht es bei Tageslicht
Auf einmal sind die Rundenzeiten der beiden Teams wieder beinahe identisch. So werden die letzten Stunden heruntergespult, zur 3ten Überrundung kommt es nicht mehr.
Das Ende kommt dann etwas plötzlich, da das Rennen ca 15 min vor geplantem Schluss wegen eines bösen Unfalls kurz nach der Wechselzone zurecht abgebrochen wird.
Das zusammengefasste Ergebnis:
Team Schöcklfreunde 61 Runden in 23h und knapp 45min und damit Platz 32
Team Mountainbiker 58 Runden in 23h und knapp 44min und damit 53. Platz
Insgesamt waren 201 männliche Viererteam am Start
Fazit:
Team Schöcklfreunde hat die Top Plazierung vom Vorjahr wegen des größeren Starterfeldes und vor allem der technisch leichteren Strecke (Vorteil für die deutschen Flachlandbiker ;-)) nicht ganz erreichen können. Team Mountainbiker, mit Nachteilen aufgrund der gewählten Taktik, teilweise unterlegenem Material und etwas Pech im Rennen, hat ein sauberes Debut hingelegt. Alles in Allem haben beide Mannschaften herzeigbare Leistungen und Resultate abgeliefert.
40 Stunden ohne schlafen:
Nach dem Rennen wird wieder das Lager abgebaut und die altbekannte Jugendherberge bezogen. Diesmal sind wir auch dank der Unterstüztung unserer Betreuer nicht ganz so erledig wie im Vorjahr und beschließen spontan noch den nahe gelegenen Biergarten aufzusuchen, wo wir dann noch gehörig auf das spitzen Wochenende anstoßen. Der „Tag“ endet nach genau 40 Stunden ohne Schlaf nachdem wir aus dem Biergarten geworfen werden. Es wird einfach nicht gerne gesehen, wenn jemand im Lokal am Tisch einschläft 🙂
Das analysierte Ergebnis:
Das Video zum Rennen + Specials:
Zusätzlich zu den Rennaufnahmen gibt es im Intro und Abspann spektakuläre Bikebilder, Videoszenen und jede Menge Freerideaction aus der Saison 2009: Atemberaubende Landschaft, Biken bei Nacht und im Schnee sowie lustige Hoppalas inkludiert !
Fotos







































































